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Physik III

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01.02.2012



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Lehrstuhl Experimentalphysik VI

Forschung

Die Forschungsaufgaben des Lehrstuhls konzentrieren sich auf fundamentale Fragen der Physik in Forschungsfeldern, die auch für Anwendungen von großer Bedeutung sind. So analysieren wir mit Nachdruck die grundlegenden Mechanismen des Stromtransports in Hochtemperatur-Supraleitern, um die Basis für die Entwicklung und die Fabrikation energiesparender und umweltfreundlicher Kabel zu schaffen. Mit dem Einsatz supraleitender Kabel ließen sich die gegenwärtigen gewaltigen Verluste der Energieübertragung in den Hochspannungsleitungen halbieren. Bemerkenswerterweise hängt die Leistungsfähigkeit dieser Kabel von der Symmetrie der makroskopischen, quantenmechanischen Wellenfunktion der Supraleiter ab.

In einem weiteren Forschungsprojekt versuchen wir die physikalischen Phänomene zu verstehen, die das Verhalten des Elektronensystems neuartiger Oxide prägen. Die faszinierenden elektronischen und magnetischen Eigenschaften dieser Oxide sind wiederum für neuartige elektronische Bauelemente von großem Interesse.

Um den Ansprüchen der Fragestellungen entsprechen zu können, führen wir am Lehrstuhl eine Vielzahl von Untersuchungen sowohl mit experimentellen als auch mit theoretischen Mitteln durch und profitieren hierbei von häufigen und direkten Wechselwirkungen, sowohl innerhalb des Lehrstuhls und Instituts als auch in nationalen und internationalen Kooperationen.

Unsere experimentellen Arbeiten basieren auf Einkristallen, die mittels eines fortgeschrittenen Zonenschmelzverfahrens gezogen werden, sowie auf epitaktischen Schichten, die wir als Einfachschichten oder als Heterostrukturen unter Verwendung optimierter Epitaxieprozesse deponieren. Diese Verfahren ermöglichen, hochwertige Proben aus einem breiten Spektrum von Materialien zu schaffen, deren Struktur bis auf atomarer Ebene kontrolliert werden kann. Diese Schichtsysteme werden unter Verwendung moderner Reinraumtechniken mit optischen oder elektronenstrahl-lithographischen Verfahren und Ionenstrahlätzen hochauflösend strukturiert. Anschließend werden ihre elektronischen und magnetischen Eigenschaften in automatisierten Tieftemperatur-Meßplätzen analysiert. Die Mikrostruktur der Schichtsysteme wird u.a. mit der Rastertunnelmikroskopie und der Rasterkraftmikroskopie untersucht, die eine Analyse der elektronischen und magnetischen Eigenschaften mit extremer Ortsauflösung gestatten.

Die Verbesserung des Auflösungsvermögens der Rastersondenmikroskopie und ihre fundamentalen Grenzen, ist ein eigenes Forschungsthema des Lehrstuhls. Standardmäßig lassen sich mit diesen Verfahren schon heute in vielen Fällen die Atome abbilden. Mit einem neuen dynamischen Verfahren, bei dem ein als Kraftsensor wirkender Federbalken mit sehr kleinen Amplituden im sub-Nanometerbereich schwingt, konnten wir das Auflösungsvermögen der Rasterkraftmikroskopie nochmals deutlich steigern und die Elektronenwolken (Orbitale) der Atome sichtbar machen. Eine Anwendung dieser Technik ultrakleiner Amplituden liegt in der Messung lateraler, also parallel zur Probenoberfläche wirkender, Kräfte. Erstmals gelang uns mit dieser Technik die atomar aufgelöste Messung von Reibungskräften.