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Hochdotierter Wissenschaftspreis geht nach Augsburg


Mit 1,65 Millionen Euro fördert die Alexander von Humboldt-Stiftung eine Nachwuchsforschergruppe am Zentrum für Elektronische Korrelationen und Magnetismus der Universität Augsburg

Am 11. November 2014 wurden in Berlin die diesjährigen Sofja Kovalevskaja-Preisträgerinnen und -Preisträger ausgezeichnet. Die Alexander von Humboldt Stiftung zieht mit dieser Fördermaßnahme herausragende Nachwuchstalente aus dem Ausland an, um die Spitzenforschung in Deutschland zu stärken.

In diesem Jahr geht einer der mit 1,65 Millionen Euro dotierten Preise erstmals nach Augsburg. Sowohl die Universität als auch der Preisträger Tsirlin profitieren von dieser Auszeichnung. Für den Nachwuchswissenschaftler ermöglicht das exzellente Umfeld am Zentrum für Elektronische Korrelationen und Magnetismus (EKM) des Physik-Instituts der Universität Augsburg optimale Forschungsbedingungen. Alexander Tsirlin hat bereits im Alter von 15 Jahren ein Studium der Chemie an der Moskauer Lomonossow Universität aufgenommen. Mit 23 Jahren hat er über die Synthese neuer Materialien mit Auszeichnung promoviert und oxidische Kristalle hergestellt, in denen starke Elektronenkorrelationen vorliegen.Bei diesen Korrelationen handelt es sich um Effekte, die durch starke Wechselwirkungen der Elektronen untereinander auftreten. Sie ermöglichen zum Beispiel Supraleitung, d. h. widerstandslosen Stromtransport. Langfristige technologische Entwicklung wäre ohne derartige Grundlagenforschung unmöglich.

Tsirlin kam bereits 2009 als AvH-Stipendiat nach Deutschland. Am Max-Planck Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden wandte er sich immer mehr dem tiefgehenden Verständnis der physikalischen Eigenschaften von Materialien mit starken Elektronenkorrelationen zu. Seit 2012 untersucht er als Forschungsgruppenleiter am National Institute of Chemical Physics and Biophysics (NICPB) in Tallinn experimentell sowie mittels theoretischer Modellierung ungewöhnliche magnetische Verbindungen.

Seine einzigartige kombinierte experimentelle und theoretische sowie physikalische und chemische Sichtweise soll ihm nun an der Universität Augsburg die Entdeckung neuer Stoffe, in denen elektrisch leitende und isolierende Zustände in Konkurrenz stehen, erlauben. Ziel seines Vorhabens ist, diese neuen Materialien so zu modifizieren, dass in ihnen neuartige Supraleitung auftritt. "Als unser Gast bereichert Alexander Tsirlin nicht nur unser Augsburger Zentrum für Elektronische Korrelationen und Magnetismus, vielmehr fügt er sich auch ideal in ein großes, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördertes Drittmittelprojekt ein, in den 2009 eingerichteten Sonderforschungsbereich TRR80 'From electronic correlations to functionality'", betont Gastgeber Prof. Dr. Philipp Gegenwart. Letzterer ist erst im Frühjahr 2014 von der Universität Göttingen an die Universität Augsburg gewechselt. Er freut sich über die großzügige finanzielle Förderung Tsirlins durch die AvH und auf die durch sie ermöglichte Kooperation.

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Meldung vom 12.11.2014