Forschungsthemen
Stichwörter:
Theoretische Festkörperphysik,
Transport in Mesoskopischen Metallen,
Niedrigdimensionale Fermisysteme
Meso und Nanoskopische Metalle: Kohärenz und Wechselwirkung
Als ''mesoskopisch'' werden Systeme bezeichnet, die gross auf der
mikroskopischen (d.h. atomaren) Skala sind, aber dennoch so klein sind
dass sie nicht als makroskopische Körper zu beschreiben sind.
In diesem Sinn ist ein metallisches System mesoskopisch, wenn
es zumindest in eine Richtung kleiner als Kohärenzlänge der
Elektronen ist. Bei tiefen Temperaturen sind das Abmessungen von einigen
Mikrometern.
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Quantenmechanische Kohärenz von Elektronen
Im Drude Bild der Leitfähigkeit von Metallen bewegen sich Elektronen wie
klassische Teilchen.
Von Zeit zu Zeit streuen die Elektronen an Defekten und geben so
Impuls an das Gitter ab.

Von der Quantenmechanik hingegen erwartet man ein Wellenbild des elektronischen Transports:
Eine einkommende Welle wird an der Probe reflektiert oder transmittiert,
so dass der transmittierte Strom proportional zur Transmissionswahrscheinlichkeit t
ist.

In Metallen beschreibt oft ein gemischtes Bild die Eigenschaften der Elektronen sehr gut:
Das Konzept der Bahnen wird beibehalten, jedoch müssen auch quantenmechanische Interferenzen
berücksichtigt werden. In Ring-Strukturen führt das zu charakteristischen Aharonov-Bohm
artigen Oszillationen der elektrischen Leitfähigkeit und anderer Eigenschaften.
Die Abbildung zeigt schematisch einen Ring und typische, geschlossene Elektronenbahnen.
Bahnen welche sich ein- oder mehrfach um die Öffnung winden sind sensitiv für
den Aharonov-Bohm Effekt.

Aktuelle Fragestellungen:
Was bestimmt die Amplitude von Aharonov-Bohm Oszillation in Ringen?
Welche Mechanismen begrenzen die quantenmechanische Kohärenz der Elektronen?
Literatur:
- R. A. Webb, et al,
Observation of h/e Aharonov-Bohm Oscillations in Normal-Metal Rings
Phys. Rev. Lett 54, 2696 (1988)
- S. Chakravarty, A. Schmid,
Weak localization: The quasiclassical theory of electrons in a random potential
Phys. Rep. 140, 193 (1986)
- L. P. Levy et al,
Magnetization of mesoscopic copper rings: Evidence for persistent currents
Phys. Rev. Lett. 64, 2074 (1990)
- U. Eckern, P. Schwab, Persistent Currents versus Phase Breaking in Mesoscopic
Metallic Samples,
JLTP 126, 1291-1304 (2002),
cond-mat/0201364
Transport und Coulomb Wechselwirkung
Bekanntlich sind Elektronen elektrisch geladene Objekte.
Bewegt sich ein Elektron vom Ort A zum Ort B so fehlt bei A
eine Elementarladung, während B eine zusätzliche Ladung hat.
In guten Metallen werden diese Ladungen sehr schnell und sehr gut von den
anderen Elektronen im System abgeschirmt.
In kleinen Systemen funktioniert jedoch aufgrund der Geometrie die Abschirmung
nicht so gut wie in makroskopischen Systemen: Die Selbstaufladungseffekte
beim Transport werden hinderlich für eine gute Beweglichkeit der Elektronen.
Ladungseffekte in Quanten Dots:
Am einfachsten der Anschauung zugänglich sind die Ladungseffekte in Quanten Dots:
Bringt man ein zusätzliches Elektron auf einen Quanten Dot, wird der Dot elektrisch
aufgeladen, was eine Energie e^2/2C kostet. C ist die Kapazität des Dots.
Transport durch den Dot ist nur möglich, falls die Temperatur oder die angelegte
Spannung grösser als die Ladungsenergie sind.
Ladungseffekte in kleinen Tunnelkontakten:
Nach kurzem Nachdenken wird man akzeptieren, dass für Ladungseffekte keine
Quanten Dots notwendig sind: Auch ein einzeler Tunnelkontakt wird beim Tunneln eines einzigen
Elektrons elektrisch aufgeladen, was wieder die Energie e^2/2C kostet. C ist hier die Kapazität
des Tunnelkontakts.
Ladungseffekte in kleinen metallischen Kontakten:
Mittlerweile ist bekannt, dass selbst ein Tunnelkontakt nicht notwendig ist:
Bewegt sich ein Elektron durch ein beliebiges System mit eingeschräkter Geometrie,
so ist das immer mit Aufladungseffekten verbunden welche für den Transport hinderlich sind.
Die beiden Bilder zeigen metallische Nanosysteme. Links eine Aufnahme der Karlsruher Gruppe
eines lithographisch hergestellten Systems (Abbildung entnommen aus
cond-mat/0007077 , PRB 63, 165426 (2001)),
rechts eine Aufnahme
der Gruppe der Rice University eines elektrochemisch preparierten Systems
(cond-mat/0307549, APL 82, 2332 (2003) ).
Hier aus der Karlsruher Arbeit der Leitwert als Funktion von angelegter Spannung (links).
Bei Erniedrigen der Temperaturen unterdrückt die Coulomb Wechselwirkung die elektrische Leitung.
Wie sich zeigt skaliert die Spannung mit der Temperatur, und die gemessene Kurve lässt sich mit
einer berechneten in Deckung bringen (Maus auf die mittlere Abbildung).
Fragen:
Wie stark wird der Transport für Temperatur gegen Null unterdrückt?
Wie ändert sich das Bild in Gegenwart von Magnetismus?
Literatur:
Thermische Leitfähigkeit
Vor etwa 150 Jahren haben
Wiedemann und Franz aufgezeigt,
dass es eine bemerkenswerte Korrelation zwischen thermischer und elektrischer Leitfähigkeit
gibt, gute elektrische Leiter sind auch effektive Leiter von Wärme.
Das Wiedemann-Franz-Gesetz
besagt, dass das Verhältnis aus thermischer zu elektrischer Leitfähigkeit von Metallen proportional
zur absoluten Temperatur ist.
Lange galt das Wiedemann-Franz-Gesetz bei Temperaturen nahe des absoluten Nullpunkts als unumstößlich,
weder die Wechselwirkung zwischen den Elektronen noch Unordnung schienen das Gesetz zu verletzen.
Anfang der neunziger Jahre kamen aber erste Zweifel an der universellen Gültigkeit des Gesetzes
auf.
Als Ursache für Abweichungen vom Wiedemann-Franz Gesetz konnten mittlerweile die in jedem Metall unvermeidlichen
thermischen Fluktuationen der elektrischen Spannung identifiziert werden.
Wird in einem Leiterstück eine thermische Fluktuation erregt, führt das zu Energietransfer zwischen dem
Leiter und dem das Leiterstück umgebenden Netzwerk. Im thermodynamischen Gleichgewicht heben sich
in der Summe die Energieströme gegenseitig auf. Im Fall eines Temperaturgradienten bleibt ein Energiestrom
von hohen zu tiefen Temperaturen übrig, proportional zum Gradienten der Spannungsfluktuationen und
zur elektrischen Leitfähigkeit.
Unsere Theorie zeigt für Systeme mit hoher Impedanz Z eine signifikant erhöhte thermische Leitfähigkeit
voraus.
Literatur:
Spin-Bahn Kopplung in Halbleitern
- Anisotroper Magnetwiderstand in Si-MOSFETS
- Spinrelaxation in dünnen Drähten
- Spin Hall-Effekt
Sonstiges
- Lokalisierungseffekte in Kupratsupraleitern?
- d-Wellen Supraleiter an rauhen Oberflächen
- Peierls Übergang in metallischer Umgebung