Strukturamplitude:
| (6.30) |
(
: Formfaktor
des Atoms am Platz i).
Die Plätze in der Einheitszelle sind teils mit A, teils
mit B besetzt:
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(6.31) |
Daraus folgt für den mittleren Formfaktor des Eckplatzes in der Einheitszelle
| (6.32) |
| (6.33) |
Die Gesamtamplitude ist dann
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(6.34) |
Man muß nun zwei Fälle unterscheiden:
Sind
alle gerade oder alle ungerade, sind alle Exponentialfunktionen
,
somit
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| (6.35) |
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| (6.36) |
| (6.37) |
Man erkennt in einer Diffraktometeraufnahme deutlich, daß in der geordneten Struktur neue schwächere Reflexe auftauchen. Weiter sieht man, daß die Reflexe deutlich breiter sind als die Matrixreflexe. Dies kann man leicht verstehen, wenn man sich klar macht, wie die Bragg-Bedingung entsteht:
Bei
findet konstruktive Interferenz statt.
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(6.38) |
Für die Matrixreflexe ist der Bereich kohärenter Streuung die Korngröße, für die Überstrukturreflexe die Domänengröße.
In der gezeigten Kurve beträgt die Domängröße etwa 8nm. Die Korngröße läßt sich aus der Peakbreite nicht ermitteln, da die Körner so groß sind, daß die Peakweite durch andere Parameter gegeben ist. Verkleinert man die Domängröße immer weiter, würden wir irgendwann einen nur noch nahgeordneten Kristall erhalten. Zugleich würden die Ordnungsrefelxe immer flacher und breiter -- man bezeichnet diese Art der Röntgenstreuung als diffuse Röntgenstreuung. Dies ist die Standardmethode, Nahordnung nachzuweisen; die Intensität der diffusen Röntgenstreuung ist proportional zu den jeweiligen Nahordnungsparametern. Experimentell benötigt man hierfür allerdings stärkere Röntgenquellen und empfindliche Detektoren.
Eine weitere Methode, Ordnung nachzuweisen, besteht in der Messung der
Umwandlungswärme, z.B. im DSC. Wie schon früher erwähnt, wird bei einer
Phasenumwandlung erster Ordnung latente Wärme freigesetzt (oder muß
aufgebracht werden). Die Energie
steckt, wie gezeigt, im wesentlichen in den Paarbindungen.
| (6.39) |
Eine weitere Nachweismethode ist die Messung des elektrischen Widerstands. Aus der Quantenmechanik wissen wir, daß die Streuung der Elektronen an den Abweichungen von der Periodizität des Kristallgitters stattfindet. Diese setzt sich aus zwei Anteilen zusammen:
| (6.40) |
| (6.41) |
(
ist, sofern die Anordnung der Defekte T-unabhängig ist,
temperaturunabhängig.
Findet nun eine Ordnungseinstellung statt, wird aus der statistischen Verteilung der B-Atome eine periodische Anordnung; der Widerstand sinkt stark ab. 6.1