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Wie schon im Abschnitt über Grenzflächen
angesprochen, können, wenn sich die Ordnung an mehreren Stellen im Kristall
gleichzeitig einstellt, die so gebildeten Domänen gegeneinander verschoben
sein. Treffen diese Bereiche nun aufeinander, bildet sich als Grenzfläche
eine sogenannte Antiphasengrenze (APB) aus. Im
Paarbindungsmodell erkennt man sofort,
daß die Energie einer APB von ihrer Orientierung abhängt.
Abbildung 6.5:
Eine Antiphasengrenze im 2d-Gitter
 |
Abbildung:
Die spezifische Energie (auf ihren Maximalwert normiert) einer APB in Abhängigkeit von ihrer
Orientierung in einer stereographischen Projektion des Normalenvektors.
![\begin{figure}\mbox{\hspace{-1cm}
\parbox[b]{11cm}{\psfig{figure=bilder/apb_en.ps,width=11cm,angle=-90}}\parbox[b]{5cm}{
}}\end{figure}](img991.gif) |
Für die
-Struktur ergeben geometrische Überlegungen
![\begin{displaymath}
\tilde E_{APB}({a\over 2}[110])= 2\varepsilon n_1 {s^2 \over
a^2\sqrt{n_1^2+n_2^2+n_3^2}},
\end{displaymath}](img992.gif) |
(6.11) |
wobei
der Verschiebungsvektor der APB ist und
der Normalenvektor der APB-Fläche (
) (Abb. 6.4). Man erkennt, daß
für eine
-APB
minimal ist (hier sogar Null). Dies hat wichtige Konsequenzen für die
Plastizität von geordneten Strukturen:
bei Verformung eines solchen Materials werden APBs erzeugt, deren Energie stark
orientierungsabhängig ist. Da die Verformung aber ebenfalls an gewisse
kristallographische Ebenen gebunden ist, kann dies zu nur schwer weiter
verformbaren Defekten führen. Dies wird genauer im zweiten Teil der Vorlesung
(mechanische Eigenschaften) erklärt werden.
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Ferdinand Haider
2000-10-17