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Eine etwas andere Größe als die bisher behandelte Fernordnung, d.h.
Ordnung auf den Untergittern auf Distanzen groß im Vergleich zur Gitterkonstanten,
ist die sogenannte Nahordnung. Sie gibt an, wie stark Atome auf Nachbarplätzen
korreliert sind. Eine häufig benutzter Parameter zu ihrer Quantifizierung
ist der Warren-Cowley-Nahordnungsparameter
 |
(6.10) |
wobei
die Wahrscheinlichkeit ist, auf der m-ten Nachbarschale eines A-Atoms ein
B-Atom zu finden. Wir sehen, daß
ist. Die Bezeichnungen in Klammern ergeben nur Sinn für m=1, also für die
ersten Nachbarn. Im allgemeinen sind die
für die unterschiedlichen Nachbarschalen
nicht vollständig unabhängig voneinander, da natürlich Nachbarn der Nachbarn wieder (z.B. erste oder zweite) Nachbarn sind.
Für die
-Struktur gilt:
Die so definierte Nahordnung ist begrifflich etwas anderes als die vorher
behandelte Fernordnung. Sie ist keine thermodynamische Zustandsgröße wie der
Fernordnungsparameter. Die Fernordnung ist so etwas wie der Grenzwert der
Nahordnung für sehr große Abstände. Wenn sich die Fernordnung
an einer Phasenumwandlung
sprunghaft ändert, wird sich auch die Nahordnung stark (aber
nicht unbedingt unstetig) ändern. Weiter kann auch in nicht ferngeordneten
Materialien (also für
) noch eine nennenswerte Nahordnung vorliegen.
Allerdings ist es in Experimenten oft schwierig, Fern-
und Nahordnung sauber zu trennen, denn jedes Meßverfahren detektiert Ordnung
nur auf endlichen Distanzen, mißt also nur ein
, allerdings
möglicherweise für sehr große m.
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Ferdinand Haider
2000-10-17