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Im allgemeinen muß die Ordnung in einer Überstruktur nicht perfekt sein,
sondern
es können Abweichungen in Form von Atomen auf falschen Plätzen auftreten.
Diese Abweichungen werden, da sie zwar Energie kosten, jedoch die Entropie
erhöhen, mit zunehmender Temperatur stärker werden, die Ordnung also
abnehmen.
Der Ordnungsgrad
, der sich im thermodynamischen Gleichgewicht einstellt, ist
wie üblich gegeben durch minimieren der freien Enthalpie:
Zunächst soll jedoch versucht werden, den Ordnungsgrad
bzw. Ordnungsparameter
genauer zu definieren:
Hierzu betrachten wir als Beispiel die
-Struktur (50% A), z.B.
.
Sie weist zwei Gitterplätze (''Untergitter'') auf (Abb. 6.2).
Für die ideal geordnete
Struktur wäre das eine Untergitter nur mit A-, das andere nur mit B-Atomen
besetzt.
Abbildung:
Schematischer Verlauf des Ordnungsgrades über der Temperatur
 |
Der Ordnungsgrad ist nun im wesentlichen gegeben durch die Anzahl
richtiger Atome auf den richtigen Plätzen:
Sei
die Anzahl von A-Atomen auf
-Plätzen,
die Anzahl von B-Atome auf
-Plätzen,
die Gesamtzahl
von Atomen pro Untergitter.
definiert nun den Ordnungsgrad eindeutig, da
und somit
ist.
Abbildung 6.2:
Die bcc- und die B2-Struktur
 |
Für eine perfekt geordnete Struktur ist
also
für eine statistische Verteilung
also
Normalerweise normiert man den Ordnungsparameter so, daß
gilt, also indem hier
 |
(6.1) |
gesetzt wird.
Anmerkung: Der Fall
(alle A-Atome auf dem
-Untergitter)
bedeutet hier natürlich auch perfekte Ordnung!
Für die
-Struktur
mit 25% A, 75% B sind die Verhältnisse etwas komplizierter; die Einheitszelle
wird in 4 Untergitter unterteilt, von denen eins (z.B.
)
bevorzugt mit A, die
anderen bevorzugt mit B besetzt sind:
Damit definiert man
Perfekte Ordnung entspricht
vollständige Unordnung
Ein ''vernünftiger'' Ordnungsparameter (0 für Unordnung, 1 für perfekte
Ordnung) ist dann
 |
(6.2) |
ist nicht symmetrisch;
, wobei
eine Antiordnung darstellt.
Die Symmetrie wird hier
schon durch die Wahl
gebrochen.
Dies kann nur durch eine kompliziertere
Beschreibung mit einem 4-dimensionalen Ordnungsparameter aufgehoben werden.
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Ferdinand Haider
2000-10-17