Legt man nun eine mechanische Spannung an den Kristall (z.B.
Zugspannung in
-Richtung), so ist es am günstigsten, wenn sich
die
-Atome auf
-orientierten Lücken konzentrieren. Dadurch relaxiert
der Kristall etwas, die elastische Nachgiebigkeit (engl. compliance)
, die im linear-elastischen Fall die Inverse des E-Moduls ist, sinkt ab
| (5.98) |
Gemessen wird meist unter zyklischer Beanspruchung die Dämpfung
(z.B. in einen Drehpendel). Bei hohen Frequenzen haben die
-
Atome keine Zeit, der elastischen Spannung zu folgen, die Schwingung
ist verlustarm, bei niedrigen Frequenzen haben sie hinreichend
Zeit, die Schwingung ist wieder verlustarm. Dazwischen gibt es
jedoch eine Frequenz
, bei der die
-Atome immer genau auf den
falschen Plätzen sitzen - dies bewirkt ein Dämpfungsmaximum. Es
liegt dann vor, wenn
| (5.99) |
Die Beschreibung erfolgt unter Zuhilfennahme eines mechanischen
Ersatzschaltbildes, wie es Abb. (5.15) zeigt. Eine Feder
(Federkonstante
) und
ein Dämpfungsglied (Viskosität
)
sind parallel geschaltet. Sie geben die langsame Relaxation
des Festkörpers wieder. Dazu in Reihe liegt eine weitere Feder, die die
Anfangselastizität darstellt, die unrelaxierte Nachgiebigkeit
.
Für die an den Einzelelementen wirkenden Spannungen gilt dann
| (5.100) | |||
| (5.101) |
| (5.102) | |||
| (5.103) |
| (5.104) | |||
| (5.105) | |||
| (5.106) |
Eliminiert man die
,
,
,
,
,
, bekommt man die Standardgleichung
für den anelastischen Festkörper
| (5.107) |
Setzt man jetzt eine periodische Anregung ein,
, erhält man eine Auslenkung mit gleicher Frequenz, die aber phasenverschoben
ist,
Für den Verlustwinkel
ergibt sich
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|||
![]() |
(5.108) |
![]() |
|||
| (5.109) |
Praktisch wird meist nicht die Anregungsfrequenz variiert, sondern
die Temperatur und damit
.
Die gleiche Information erhält man, wenn man stattdessen die Resonanzfrequenz
des Drehpendels bestimmt. Bei hohen Temperaturen und fester Frequenz
folgen die
-Atome wieder der Schwingung, die Resonanzfrequenz ist durch
den relaxierten Modul gegeben, bei tiefer Temperatur durch den unrelaxierten.
Der Übergang erfolgt genau wieder, wenn die Anregungsfrequenz gleich
der Sprungfrequenz ist.