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Wie durch elektrische Felder kann auch durch starke
Temperaturgradienten Material transportiert werden. Das einfachste Modell
ist das des Anfrierens: die Atome an der heißen Seite
besitzen eine höhere Beweglichkeit als am kalten Ende. Geraten
sie durch einen Sprung zufällig in kältere Bereiche, bleiben
sie dort hängen.
Eine etwas genauere Betrachtung liefert das Modell von Wirtz:
Der Strom von Atomen von
nach
ist
Hier taucht die Leerstellenkonzentration am Zielort auf, denn das Atom muß in
einen unbesetzten Platz springen.
Die Sprungraten sind
die Leerstellenkonzentrationen
Setzen wir
wird (da
ist)
Damit wird der Nettostrom von
nach
wobei die mittlere Sprungrate
und die
mittlere Leerstellenkonzentration
eingesetzt
wurden.
Das heißt je nach Vorzeichen der Differenz aus Bildungs- und
Wanderungsenthalpie der Leerstelle werden die B-Atome zum
kalten oder warmen Ende wandern. Die Gleichung hat große
Ähnlichkeit zu der des Elektrotransports, wenn man die
Transportwärme
 |
(5.74) |
statt der effektiven Ladung
und den normierten Temperaturgradienten
 |
(5.75) |
statt des Feldes
einsetzt:
Das vorgestellte Modell vereinfacht allerdings stark: der
Wärmetransport in Metallen findet überwiegend durch Elektronen
statt, so daß sicher eine Art Elektronenwind zu berücksichtigen
ist sowie ein ähnlicher Effekt durch Phononenstöße.
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Ferdinand Haider
2000-10-17