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Bereits in verdünnten Legierungen kann die Diffusion aus mehreren Gründen
komplizierter sein als in reinen Materialien. Zum ersten kann sich die
Leerstellenbildungsenthalpie durch Zulegieren verändern: elastische
Verzerrungen werden nahe einer Leerstelle kleiner sein als im bulk-Material,
oder es können Zusatzladungen die (scheinbare) negative Ladung einer Leerstelle
abschirmen. Zum zweiten kann sich die Wanderungsenthalpie ändern. Für
verdünnte fcc-Legierungen (wo bei einer Leerstelle höchstens ein Fremdatom sitzt)
wird hierfür das sogenannte ,,fünf-Frequenzen-Modell`` eingeführt (s. Abb.
5.3.6).
Abbildung 5.8:
Die unterschiedlichen Sprungfrequenzen in einer Legierung:
: ein gemeinsamer A-Nachbar von B-Atom und Leerstelle springt,
: das Fremdatom springt,
: durch den Sprung eines A-Atoms verliert die Leerstelle den
B-Nachbarn,
dazu
: A-Atom springt, Leerstelle hat vorher und nachher nur A-Nachbarn,
: A-Atom springt, Leerstelle bekommt hierdurch einen B-Nachbarn.
Die Leerstelle ist durch den offenen Kreis, das B-Atom durch den schwarzen
Kreis
bezeichnet.
![\begin{figure}\mbox{
\parbox[b]{8cm}{
\psfig{figure=bilder/fuenf_freq.ps,width=8cm} } \hspace{5mm}
\parbox[b]{6cm}{
}}\end{figure}](img644.gif) |
Man kann aus diesen fünf Frequenzen komplizierte Ausdrücke für die einzelnen
Komponentendiffusionskoeffizienten und den
Korrelationsfaktor herleiten. Für den Fall sehr starker Bindung zwischen
Fremdatom und Leerstelle lassen diese sich zu
vereinfachen (a: Sprungweite). Der Korrelationsfaktor
ist eine
komplizierte Funktion der einzelnen Sprungfrequenzen:
 |
(5.56) |
Die Größe
ist in guter Näherung
 |
(5.57) |
mit
.
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Ferdinand Haider
2000-10-17