In vielen Fällen ist es möglich, einen solchen Prozeß (der eine Phasenumwandlung erster Ordnung ist) in mehrere Teilschritte zu unterteilen, nämlich in eine Keimbildungsphase, eine Wachstumsphase und gelegentlich noch in eine Vergröberungsphase.
Die Umwandlung in die thermodynamisch stabile Phase (hier den Festkörper) bringt zwar Volumenenergie ein, andererseits muß zwischen erstarrtem Keim und umgebender Flüssigkeit eine Grenzfläche aufgebaut werden, die Energie kostet. Daher gibt es eine Mindestgröße, die ein Keim haben muß, ehe er stabil weiterwächst.
Man stellt also die Energiebilanz
zwischen
dem Gewinn an freier Enthalpie pro Volumen,
| (2.1) |
| (2.2) |
| (2.3) |
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(2.4) | ||
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(2.5) | ||
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(2.6) |
Das heißt, je größer
ist , um so kleiner wird
.
Typische Zahlwerte sind:
Haben sich nun Keime aus der unterkühlten Schmelze gebildet, können diese wachsen durch Anlagerung neuer Atome aus der Schmelze an Kanten. Hierbei können sich insbesondere sogenannte Wachstumsspiralen an Schraubenversetzungen bilden: an Durchstoßpunkten solcher Versetzungen auf einer Oberfläche liegt eine Kante, die sich bei Anlagerung von Atomen spiralförmig nach oben fortsetzt.
Eine Betrachtung wie hier, Aufteilung einer Phasenumwandlung in eine Keimbildungs- und eine Wachstumsphase wird uns in späteren Kapiteln noch öfter begegnen, desgleichen die Abschätzung der Keimgröße durch eine Energiebilanz zwischen aufzuwendender Grenzflächenenergie und gewonnener Volumenenergie.