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Dies sind ''Exoten'' zwischen Kristall und amorphem Material. Ein
gewöhnlicher Kristall entsteht durch
periodische Wiederholung der Einheitszelle in den drei Raumrichtungen und
besitzt deshalb
nur 2-, 3-, 4-, 6-zählige Symmetrien. Jedoch kann auch eine doppelte
Einheitszelle in nichtperiodischer Weise wiederholt werden. In einer
Dimension ist dies z.B. die
Fibonacci-Sequenz, die man bekommt, wenn man ein kurzes und ein langes
Element hintereinander legt, dann sukzessive immer das letzte und das
vorletzte Glied der Reihe aneinandersetzt:
 |
(4.13) |
Eine andere Regel, die auf das gleiche Ergebnis führt, ist:
Ersetze S durch L und L durch SL (Deflationsregel).
Abbildung:
Ein zweidimensionales Penrosetiling als Beispiel für einen
Quasikristall. Darunter Deflationsregel, unten Anbauregel
 |
In zwei Dimensionen treten an die Stelle der kurzen und langen Strecke
zwei Rhomben, ein
flacher und ein dicker. Hiermit kann die Fläche überdeckt werden, wenn wieder
gewisse Regeln respektiert werden:
- (a)
- (Anbauregel) Entsprechend der Skizze (Abb.4.11)
werden dicke und dünne Rhomben zusammengesetzt, so daß sich durchgehende
Strukturen ergeben.
- (b)
- (Deflationsregel) Ein dicker Rhombus wird durch
zwei dünne und drei dicke ersetzt, ein dünner durch zwei dünne und zwei
dicke.
Die Struktur zeichnet sich dadurch aus,
.
Die so erhaltene Überdeckung der Fläche wird als ,,Penrosegitter`` bezeichnet.
Auch in drei Dimensionen ist eine quasiperiodische Raumüberdeckung möglich
mit einem dicken und einem flachen Rhomboeder.
Eine andere Möglichkeit in 3d ist, ein 2d-Penrosegitter periodisch in
z-Richtung zu stapeln.
Solche Strukturen wurden nun wirklich Mitte der 80er Jahre in
schnell abgeschreckten AlMn-Legierungen entdeckt, inzwischen auch in vielen
anderen
Legierungen und (vermutlich) sogar als stabile Phasen, so daß es inzwischen
möglich ist, große''Quasieinkristalle'' zu züchten.
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Ferdinand Haider
2000-10-17