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Streumethoden

Aufgrund des Welle-Teilchen-Dualismus kann nicht nur mit elektromagnetischer Strahlung sondern auch mit den verschiedensten Partikeln Information über den Kristallaufbau eines Materials gewonnen werden. Gebräuchlich sind

wobei die Wellenlänge im Bereich der Gitterkonstanten oder darunter liegt.

Ein experimenteller Aufbau ist die Pulverdiffraktometrie, bei der feines Pulver (oder ein feinkörniger Polykristall) mit monochromatischen Röntgen- oder Neutronenwellen bestrahlt wird. Ein Korn, das eine Netzebenenschar enthält, die gerade die Braggbedingung

\begin{displaymath}
2d_{hkl} \sin \Theta = n\cdot \lambda
\end{displaymath} (4.12)

erfüllt, erzeugt einen Reflex im Winkel $2 \Theta$ zum einfallenden Strahl. Die Reflexe einer Netzebenenschar von allen Kristallite liegen auf einem Kegelmantel. Die Lage der Reflexe (Braggwinkel) erlaubt, die Parameter der Einheitszelle zu bestimmen (relativ einfach), aber nicht die Positionen der Atome in der Einheitszelle. Diese ergeben sich aus einer Auswertung der Intensitäten.

Experimentell realisiert man dies entweder (klassisch) mit einer Debye-Scherrer-Kamera, oder (modern) in einem Diffraktometer, in dem die Intensitäten über ein Zählrohr registriert werden.



Ferdinand Haider 2000-10-17