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Kanamori-Ungleichungen

Dies ist eine Methode vorherzusagen, welche Struktur bei gegebenem Werte der Paarvertauschungsenergien $\varepsilon_1, \varepsilon_2$ (zwischen nächsten, übernächsten, ... Nachbarn) bei tiefer Temperatur stabil ist (wo also die innere Energie minimal ist).

Bsp. $\varepsilon_1, \varepsilon_2 \ne 0$, fcc-Gitter:


$\displaystyle \Delta E$ $\textstyle =$ $\displaystyle E_0 + \varepsilon_1 N^{(1)}_{AB}+\varepsilon_2 N^{(2)}_{AB}$  
  $\textstyle =$ $\displaystyle \tilde E_0 - 2\varepsilon_1 N^{(1)}_{BB}-2\varepsilon_2 N^{(2)}_{BB}$ (4.9)

Hierbei ist $N^{(k)}_{ij}$ die Anzahl von ij-Paaren in der Nachbarschale k. Setzt man $p_i={N^{(k)}_{BB}\over N}$, ergeben sich die sogenannten Kanamori-Ungleichungen durch geschicktes Abzählen der Nachbarschaften:

$\displaystyle A: \qquad$ $\textstyle p_1$ $\displaystyle \left\{ \begin{array}{lr}
\ge 0 & \nu_B \le 1/4\\
\ge 4\nu_B-1 & 1/4 \le \nu_B \le 1/2
\end{array} \right.$  
$\displaystyle B:\qquad$ $\textstyle 2 p_1+ p_2$ $\displaystyle \left\{ \begin{array}{lr}
\ge 0 & \nu_B \le 1/6\\
\ge 6\nu_B-1 &...
... \le \nu_B \le 1/3\\
\ge 12\nu_B-3 & 1/3 \le \nu_B \le 1/2
\end{array} \right.$  
$\displaystyle C:\qquad$ $\textstyle p_2$ $\displaystyle \ge 0 \qquad \nu_B \le 1/2$  
$\displaystyle D:\qquad$ $\textstyle -p_1+p_2$ $\displaystyle \ge -3\nu_B \qquad \nu_B \le 1/2$  
$\displaystyle E:\qquad$ $\textstyle -p_2$ $\displaystyle \ge -3\nu_B \qquad \nu_B \le 1/2$ (4.10)

Diese Ungleichungen lassen sich wie in Abb. 4.8 graphisch darstellen:

Abbildung: Graphische Lösung der Kanamori-Ungleichungen für Wechselwirkung bis zum zweiten Nachbarn. Das schraffierte Gebiet entspricht dem Bereich erlaubter Zahlen von ersten und zweiten Nachbarn. Linien konstanter Energie für ein gegebenes Verhältnis von $\varepsilon _1\over \varepsilon _2$ stehen senkrecht auf der gestrichelten Geraden. Im gezeigten Fall wäre die minimale Energie und damit der Grundzustand bei $p_1=0$ und $p_2=1/2$.
\begin{figure}\psfig{figure=bilder/kanamori1.ps,width=10cm}\end{figure}

Die Gleichung für die Energie

\begin{displaymath}
\Delta E = N (-\varepsilon_2) ({\varepsilon_1\over\varepsilon_2}p_1 + p_2)
\end{displaymath} (4.11)

entspricht einer Geraden. Konstante Energie findet man auf den Ebenen senkrecht hierzu. Die Energie wird minimal für die gestrichelte Gerade, entsprechend $p_1=0$, $p_2=1/2$, z.B. $\varepsilon _1 \le {1\over 2} \varepsilon_2 \le 0$. Auf diese Weise läßt sich für alle möglichen Vorzeichen und Verhältnisse von $\varepsilon _1$ und $\varepsilon _2$ die Grundzustandskonfiguration angeben (Abb.4.9).

Abbildung: Diagramm der Grundzustände auf dem fcc-Gitter für verschiedene Verhältnisse von $\varepsilon _1$ und $\varepsilon _2$
\begin{figure}\psfig{figure=bilder/kanamori2.ps,width=10cm}\end{figure}


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Ferdinand Haider 2000-10-17