Solche einfachen Überstrukturen erhält man jedoch nur, wenn die beteiligten Elemente etwa gleiche Atomradien besitzen. Weichen die Atomradien stark voneinander ab, kann das Radienverhältnis zum strukturbestimmenden Faktor werden. Der extremste Fall sind die sogenannten interstitiellen Verbindungen, Strukturen, in denen sehr kleine Atome in den Lücken eines Wirtsgitters aus großen Atomen sitzen. Hierzu sollen zunächst die Lücken in den zwei wichtigsten Strukturen, fcc und bcc, betrachtet werden:
Die fcc-Struktur besitzt Tetraeder- und Oktaederlücken, die von vier bzw. acht Atomen gebildet werden, pro Einheitszelle acht Tetraederlücken bei
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(4.1) | ||
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(4.2) |
In der bcc-Struktur finden wir pro Einheitszelle drei (sechs halbe) Oktaederlücken auf den Flächenmitten
und drei (zwölf viertel)
Oktaederlücken auf den Kantenmitten, also sechs insgesamt, sowie
zwölf Tetraederlücken
auf den Flächen bei
.
Hier ist die Tetraederlücke größer als die Oktaederlücke
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(4.3) | ||
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(4.4) |
Trotzdem findet man etwa im
-Eisen den Kohlenstoff auf
Oktaederplätzen, denn der Abstand zwischen der Oktaederlücke
und den umgebenden Atomen ist im bcc-Gitter in einer
Richtung sehr viel kürzer als in den zwei dazu senkrechten.
Dies bewirkt eine geringere Verzerrungsenergie, weil nur einsinnige
Verschiebung der Nachbaratome nötig ist. Allerdings ist, wie aus dem
vorangehenden Abschnitt bekannt, die Kohlenstofflöslichkeit im
-Eisen
sehr viel geringer als im
-Eisen.
Um bei Einlagerung
einer hohen Konzentration einer
kleinen Atomsorte (H, N, C, ...) in ein Grundgitter eine einfache
Struktur der Matrix zu finden, muß gelten:
| (4.5) |
Beispiele:
: NaCl-Struktur mit Ti auf einem fcc-Gitter und C in Oktaederlücken
(Achsenmitten und Raumzentrum). Liegen die
Atome der zweiten Sorte in Tetraederlücken, bildet sich die
Zinkblendenstruktur (Sphaleritstruktur), wie im
, in dem die
-Atome in den
tetraedrischen Lücken des fcc-Grundgitters liegen.