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Modell der regulären Lösung

Analog zur ''Theorie des mittleren Feldes'' (Weiss' Theorie des Magnetismus) nähert man $N_{AB}$ durch

\begin{displaymath}
N_{AB}\approx {Z\over n} n_A n_B = Z \cdot n \cdot \nu_A \nu_B,
\end{displaymath} (3.30)

d.h. die Wahrscheinlichkeit, von einem A-Atom aus einen B-Nachbarn zu finden wird genähert durch die Konzentration von B-Atomen; die Wechselwirkung soll schwach sein. Dann wird die Konfigurationsenergie:
\begin{displaymath}
E = {Z\over 2} n (\nu_A \varepsilon_{AA} + \nu_B \varepsilon_{BB}
+ 2 \nu_A \nu_B \varepsilon
\end{displaymath} (3.31)

Weiter wird angenommen, das die statistische Anordnung wenig gestört sei, daher die Entropie der idealen Lösung weiter benutzt werden kann.
\begin{displaymath}
F = n ({Z\over 2} (\nu_A \varepsilon_{AA} + \nu_B \varepsil...
...\nu_B \varepsilon) + kT (\nu_A \log \nu_A + \nu_B \log \nu_B))
\end{displaymath} (3.32)

Abbildung: Die freie Energie im Modell der regulären Lösung
\begin{figure}\mbox{
\parbox[b]{9cm}{
\psfig{figure=bilder/reg_lsg.ps,width=9cm,angle=-90} }\parbox[b]{5cm}{
}}\end{figure}

Das chemische Potential der $A$-Komponente in einer binären Legierung in dieser Näherung ist dann


$\displaystyle \mu_A$ $\textstyle =$ $\displaystyle {\partial F \over \partial n_A}
= f + \nu_B {\partial f \over \partial
\nu_A}$  
  $\textstyle =$ $\displaystyle {Z\over2}(\nu_A \varepsilon_{AA} + \nu_B \varepsilon_{BB}
+ 2 \nu_A \nu_B \varepsilon) + kT (\nu_A \log \nu_A + \nu_B \log
\nu_B)$  
    $\displaystyle + {Z\over2}(\nu_B \varepsilon_{AA}
+ 2 \nu_B^2\varepsilon - \nu_B...
..._{BB} - 2 \nu_A \nu_B \varepsilon)
+ kT \nu_B (\log \nu_A + 1 - \log \nu_B - 1)$  
$\displaystyle \mu_A$ $\textstyle =$ $\displaystyle {Z\over2}(\varepsilon_{AA}+2\nu_B^2 \varepsilon)
+ kT \log \nu_A$ (3.33)

Entsprechend findet man für die B-Atome:

$\displaystyle \mu_B$ $\textstyle =$ $\displaystyle {\partial F \over \partial n_B}
= f - \nu_A {\partial f \over \partial
\nu_A}$  
  $\textstyle =$ $\displaystyle {Z\over2}(\varepsilon_{BB}+2\nu_A^2 \varepsilon)
+ kT \log \nu_B$ (3.34)

Das Modell der idealen Lösung erhält man, wenn $\varepsilon = 0$ ist:
\begin{displaymath}
\mu_B^{id}={Z\over2}\varepsilon_{BB}+ kT \log \nu_B : = \mu_B^0+ kT \log \nu_B
\end{displaymath} (3.35)

Man definiert nun die ''Aktivität'' $a_B$ der Komponente $B$ in einer Matrix aus $A$-Atomen so, daß formal die Konzentration ersetzt wird:
\begin{displaymath}
\mu_B^{reg}= \mu_B^0+ kT \log a_B
\end{displaymath} (3.36)

und erhalten durch Vergleich
\begin{displaymath}
\log({a_B\over\nu_B}) = {Z\varepsilon\over kT} \nu_A^2
\end{displaymath} (3.37)

mit den Grenzfällen
$\displaystyle \nu_B\rightarrow 0 \qquad$   $\displaystyle a_B \rightarrow \nu_B \exp{Z\varepsilon\over
kT}\qquad {\rm ''Henrys~ Gesetz''}$ (3.38)
$\displaystyle \nu_B\rightarrow 1 \qquad$   $\displaystyle a_B \rightarrow \nu_B \qquad {\rm ''Raoults~
Gesetz''}$ (3.39)

Abbildung: Die Aktivität als Funktion der B-Konzentration für ein mischendes ( $\varepsilon < 0$) und ein entmischendes ( $\varepsilon > 0$) System
\begin{figure}\psfig{figure=bilder/aktivit.ps,width=8cm,angle=-90}\end{figure}

Das Phasendiagramm für eine entmischende Legierung ( $\varepsilon > 0$) im Modell der regulären Lösung (hier für $\varepsilon_{AA} =
\varepsilon_{BB}$) erhält man aus der freien Energie (2.32) durch berechnen der (hier waagerechten) Doppeltangenten:
$\displaystyle {\partial f\over\partial \nu_B}$ $\textstyle =$ $\displaystyle 0$  
$\displaystyle \Rightarrow 0$ $\textstyle =$ $\displaystyle Z \varepsilon (1 - \nu_B - \nu_B) + kT (-\log (1 - \nu_B)
+ \log \nu_B)$  
  $\textstyle =$ $\displaystyle Z\varepsilon (1 - 2 \nu_B)
+ kT \log{\nu_B\over 1-\nu_B}$ (3.40)

Falls $\nu_B << 1$ ist, gilt genähert für die Randlöslichkeit:
\begin{displaymath}
\nu_B\approx \exp -{Z\varepsilon \over kT}
\end{displaymath} (3.41)

Das reguläre Lösungsmodell ist eher als qualitatives denn als quantitatives Modell zu verstehen, gibt aber für einfache Legierungen die Verhältnisse einigermaßen wieder. Erweiterte Lösungsmodelle können dies verbessern; entweder werden auf empirische Weise weitere Terme in der freien Energie an experimentelle Daten angepaßt, oder es werden physikalisch weitere Größen (etwa Verzerrungsbeiträge) in Energie und/oder Entropie berücksichtigt.

Weitere Parameter/Verbesserungen des Isingmodell behandeln

Außerdem gibt es Modelle, die eine bessere Berechnung von $P_{AB}$, der Paarwahrscheinlichkeit, gestatten:


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Ferdinand Haider 2000-10-17