Mit Elektronen läßt sich in ähnlicher Weise wie mit Licht eine Abbildung erzeugen, wobei die Wechselwirkung mit den Atomen der Probe natürlich eine andere ist. Die ''optischen'' Elemente in einem Elektronenmikroskop sind in der Regel magnetische Linsen, die aufgrund der Lorentzkraft die Elektronen ablenken, bei geeigneter Bauform fokussieren.
Rasterelektronenmikroskop (REM)
Prinzip (Abb. 2.11):
Ein fein fokussierter Elektronenstrahl (Beschleunigungsspannung
, Durchmesser typ.
, in speziell
optimierten
Geräten bis
) rastert durch ein Ablenksystem von mehreren
Ablenkspulen die Probe ab.
Aus der Probe können unterschiedliche Rückstreusignale detektiert
werden (Abb. 2.12):
Die Vergrößerung
kann (im optimalen Fall) bis ca.
, teils sogar bis
gehen.
Wegen der langen Brennweite der zweiten Kondensorlinse C2 besitzt
ein REM
eine sehr hohe Tiefenschärfe. Das
Auflösungsvermögen geht bis hinab zu einigen Nanometern und
ist
limitiert durch die Strahlverbreiterung in
der Probe sowie durch Erzeugung von Sekundärelektronen durch
Rückstreuelektronen.
Transmissionselektronenmikroskop (TEM)
Eine dünne Probe (typ. Probendicke
)
wird mit energiereichen (
) Elektronen durchstrahlt.
Die
an den Netzebenen des durchstrahlten Kristalls
braggreflektierten Elektronen (100keV-Elektronen haben eine
deBroglie-Wellenlänge von ca 3.4 pm) werden vom Objektiv in
der hinteren
Brennebene gesammelt (''Beugungsbild'') und in der Zwischenbildebene
wieder
zu Bildpunkten vereint (Abb2.13).
Man unterscheidet zwei Betriebsarten: Je nach Erregung der Zwischenlinse wird entweder die Brennebene oder die Zwischenbildebene auf den Leuchtschirm (stark vergrößert) abgebildet (Beugungs- oder Abbildungsmodus). Im Abbildungs-Modus wird üblicherweise in der Brennebene eine Kontrastblende eingesetzt, die die meisten Braggreflexe ausblendet. Bei Hellfeldabbildung wird nur der durchgehende Strahl für die Abbildung benutzt, bei Dunkelfeld ein abgebeugter Reflex. Bei Vielstrahlabbildung ergeben mehrere abgebeugte und der Nullstrahl eine sogenannte ''Gitterabbildung''.
Kontrast entsteht aufgrund unterschiedlicher Mechanismen:
Ein TEM in konventioneller Betriebsart besitzt ein Auflösungsvermögen
von
ca.
, die Vergrößerung geht bis etwa
.
Anders als im
Lichtmikroskop ist das Auflösungsvermögen nicht durch die Wellenlänge
limitiert (diese beträgt nur einige Pikometer), sondern durch
die geringe
Qualität der magnetischen Linsen, denn es stehen nur Sammellinsen,
keine
Zerstreuungslinsen zur Verfügung. Daher kann man keine (oder
nur sehr
komplizierte) chromatisch korrigierten Objektive konstruieren.
Im Beugungsmodus
kann die Kristallstruktur von Bereichen bis zu einigen Nanometern
untersucht
werden. Ein gewisses Problem stellt häufig die Probenpräparation
dar, da der durchstrahlbare Bereich nicht dicker als hundert
Nanometer sein
sollte. Meist wird entweder elektrochemisch oder durch Ionenbeschuß
ein Loch mit sehr flachen Flanken in die Probe geätzt, an dessen
Rändern sie
dann elektronentransparent ist.