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Wie oben schon erwähnt, gibt es neben den Korngrenzen
in Kristallen weitere zweidimensionale
Defekte,
nämlich:
- Stapelfehler:
wird in kubisch flächenzentrierten Kristallen
in der Stapelfolge der dichtgepackten
-Ebenen (
)
eine Ebene
weggelassen, so
entsteht ein intrinsischer Stapelfehler (
), wird eine
eingefügt,
ein extrinsischer(
) (Abb.2.9).
Abbildung 2.9:
Intrinsischer und extrinsischer Stapelfehler im fcc-Gitter
 |
Ein Stapelfehler kann
(a) als halbe Zwillingsgrenze,
(b) als kurzes Stück hexagonales Material (Stapelfolge
)
angesehen werden.
Wird die Energie (pro Fläche) eines Stapelfehlers null,
sind fcc und hdp also gleichberechtigt. Später werden wir sehen,
daß die
Stapelfehlerenergie eine wichtige Größe in der Versetzungstheorie
ist; sie
bestimmt die innere Struktur von Versetzungen und damit, wie
leicht
Versetzungen ausheilen können.
- Oberflächen sollen in dieser Vorlesung nicht genauer
behandelt werden
- Antiphasengrenzen:
in geordneten Phasen (d.h. mit Überstruktur, s. Kapitel 6)
kann ein
''Phasensprung'' in der Besetzung der Gitterplätze auftreten.
Die Grenzfläche
wird als ''Antiphasengrenze'' (APB) bezeichnet.
- Phasengrenzen sind
Grenzflächen zwischen Bereichen unterschiedlicher Struktur und/oder
Zusammensetzung (Abb.2.10).
Abbildung 2.10:
Die drei Arten von kristallinen Phasengrenzen
 |
Wir unterscheiden zwischen:
- kohärenten Phasengrenzen,
d.h. einer perfekten Gitterpassung, wobei eine mögliche Fehlpassung
durch
elastische Verzerrung ausgeglichen wird
- semikohärenten Phasengrenzen,
in denen in geeigneten Abständen ''misfit-'' (Fehlpassungs-)
Versetzungen
eingebaut sind und
- inkohärenten Phasengrenzen,
die praktisch keine atomare Passung über die Grenze haben
Inkohärente Grenzen haben im allgemeinen die höchste Grenzflächenenergie,
dagegen
muß, wenn sich eine kohärente Grenze ausbildet, die Verzerrungsenergie
aufgewendet werden. Daher findet man eine kohärente Grenze nur, wenn eine
hinreichend gute Passung vorhanden ist, aber auch, wenn der Bereich der zweiten
Phase nur klein ist, so daß die Verzerrungsenergie klein bleibt. Semikohärente
Grenzen liegen zwischen beiden Grenzfällen -- hier wird die Verzerrung in
einzelnen Versetzungen lokalisiert, was weniger weitreichende Verzerrungen
bewirkt.
Unterabschnitte
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Ferdinand Haider
2000-10-17