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Martensitische und displazive Phasenumwandlungen

Im Gegensatz zu diffusiven Umwandlungen (Ordnungs-, Entmischungsraktionen) legen die Atome bei displaziven oder martensitischen Transformationen nur Entfernungen zurück, die deutlich kleiner als die Gitterkonstante sind. Daher können sie auch bei tiefen Temperaturen stattfinden, bei denen Diffusion schon weitgehend eingefroren ist.

Die kleinen Atombewegungen in martensitischen Umwandlungen finden darüber hinaus korreliert statt und sie laufen mit hoher Geschwindigkeit (praktisch Schallgeschwindigkeit) ab. Schließlich findet man bei martensitischer Umwandlung i.A. eine Volumenerhaltung (nicht jedoch bei den displaziven im engeren Sinn). Generell kann man die nichtdiffusiven Umwandlungen unterteilen in

(a)
dilatierend
(b)
scherend (martensitisch)
(c)
displaziv im engeren Sinn (shuffle transformation)

Abbildung 8.1: Die drei Arten nichtdiffusiver Transformationen
\begin{figure}\mbox{\hspace{2cm}
\psfig{figure=bilder/displac.ps,height=8cm}}
\end{figure}

Im ersten Fall dominiert eine Volumenänderung; er soll hier nicht weiter diskutiert werden. Der zweite Fall stellt die eigentlichen Martensitumwandlungen dar. Im dritten Fall werden die Atome der Einheitszelle mit einer kurzen Wellenlänge oszillierend verschoben; ein Beispiel ist die $\omega $-Umwandlung. Bei den meisten Umwandlungen findet man allerdings (mehr oder weniger stark) eine Mischung der verschiedenen Anteile. Bezeichnet wird es dann meist nach der dominierenden Komponente.


Unterabschnitte
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Ferdinand Haider 2000-10-17