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Eine Korngrenze beeinflußt den Entmischungsprozeß auf zwei
Arten: zum einen erleichtert sie die Keimbildung, indem sie den
Grenzflächenbeitrag zur Keimbildungsarbeit stark reduziert, zum anderen
können durch die Korngrenze rasch
-Atome herandiffundieren.
Daher findet diskontinuierliche Entmischung vor allem bei tiefen
Temperaturen statt, wenn die Volumendiffusion schon stark
verlangsamt ist.Bilden sich aber auf einer Korngrenze Ausscheidungen,
so können sie durch Korngrenzdiffusion nur weiterwachsen, wenn
die Korngrenze wandert und damit wie ein Rechen die B-Atome aus
Abbildung:
Ablauf der diskontinuierlichen Entmischung: an einer bewegten
Korngrenze sammeln sich überschüssige B-Atome, die sich auf der Korngrenze
als
-Phase ausscheiden. Die Ausscheidungen reduzieren die
Bewegung der Korngrenze, so daß
sich ein lamellares Gefüge bildet.
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der Matrix aufsammelt und zu den Ausscheidungen transportiert.
Die so gebildeteten Ausscheidungen haben eine langgestreckte Gestalt
und sind im allgemeinen periodisch angeordnet.
Der sich einstellende Abstand wird wie bei der früher
behandelten eutektischen Erstarrung ein Kompromiß sein aus
- der Zeit, die für den Antransport von
-Atomen durch die Korngrenze
benötigt wird (führt auf möglichst kleine Lamellenabstände)
- zusätzlicher Grenzflächenenergie zwischen
- und
-Bereichen
(führt auf möglichst große Lamellenabstände)
Man findet mit ähnlichen Argumenten wie vorn
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(7.77) |
wobei
die Geschwindigkeit der Korngrenze,
der Lamellenabstand,
der KG-Diffusionskoeffizient und
die Breite der Korngrenze ist.
Analog zur diskontinuierlichen findet auch die eutekoide
Umwandlung an einer Korngrenze statt. Der Unterschied ist nur, daß alle
drei beteiligten Phasen (Ausgangsphase, zwei sich bildende
Phasen) unterschiedlich sind.
Das wichtigste Beispiel hierfür ist die Perlitreaktion im
Stahl, also die Umwandlung
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(7.78) |
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Ferdinand Haider
2000-10-17