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Ist schließlich die Matrixübersättigung abgebaut, findet nur
noch die Umlösung statt, die schon im Abschnitt über
Ordnungskinetik besprochen wurde - große Teilchen wachsen auf
Kosten kleiner und verringern damit die in Grenzflächen
gespeicherte Energie.
Eine andere Sichtweise ist die über den Dampfdruck kleiner
Teilchen: an einer gekrümmten Oberfläche sind die B-Atome
schwächer gebunden als an einer geraden, d.h. das chemische Potential
ist
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(7.25) |
(
: Atomvolumen). Für verdünnte Legierungen ergibt sich daraus
(da
ist)
die Konzentration
Nehmen wir an, daß die Teilchen mit Radien größer dem mittleren
Radius wachsen, die anderen schrumpfen (und damit eine gewisse
Übersättigung aufbauen), folgt
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(7.27) |
An der Grenzfläche eines Teilchens ist dann, da
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(7.28) |
ist,
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(7.29) |
d.h. wie erwartet, wachsen Teilchen mit
und schrumpfen
für
. Dadurch wächst natürlich auch der mittlere Radius
, aber, wie im folgenden gezeigt wird, mit einem einfachen
Zeitgesetz. Außerdem gehorcht die Größenverteilung der Teilchenradien
in diesem Stadium einfachen Skalengesetzen.
Abbildung:
Die normierte Wachstumsrate nach Lifshitz, Slyozov und Wagner.
Für
hat sie Nullstellen, sonst nicht. Der korrekte Wert für
ist
, nur dort findet man das richtige asymptotische
Verhalten.
![\begin{figure}\mbox{
\parbox[b]{9cm}{ \psfig{figure=bilder/lsw_gamma.ps,width=9cm,angle=-90} }\parbox[b]{5cm}{
\vskip 1cm}}\end{figure}](img1181.gif) |
Mit einer etwas komplizierten Umnormierung
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(7.30) |
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(7.31) |
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(7.32) |
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(7.33) |
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(7.34) |
wird diese Gleichung zu
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(7.35) |
Da
ist, hat das Polynom auf der rechten Seite der
Differentialgleichung (Abb. 7.1.3) (und damit
) je
nach Wert von
folgende mögliche
Verläufe

- Hier ist
immer
negativ, alle Teilchen verschwinden für lange Zeiten.

- Hier hat die Funktion einen Berührungspunkt auf der
-Achse bei
. Alle Teilchen mit
laufen
gegen
, die anderen gegen
.

- Hier hat die Funktion zwei Schnittpunkte mit der
-Achse bei
und
. Teilchen mit normierten Radien
laufen gegen
, für
von rechts,
sonst von links.
Der letzte Fall ist nicht realisierbar, da hier unendlich viele Teilchen gegen
laufen. Da gleichzeitig der mittlere Radius (auf den
ja
normiert ist) ständig anwächst, würde dies der Volumenerhaltung widersprechen.
Das gleiche gilt für den zweiten Fall.
Im ersten Fall verschwinden alle Teilchen, außer wenn dieser für lange
Zeiten asymptotisch in den zweiten Fall übergeht, also wenn
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(7.36) |
ist.
Das heißt
Der mittlere Radius läuft gegen ein
-Gesetz.
Weiter kann man zeigen (s. etwas Landau-Lifshitz, Bd. X, S. 462ff),
daß die Größenverteilungsfunktion der Ausscheidungen asymptotisch gegen eine
skalierte Funktion läuft
Abbildung 7.6:
Die LSW-Verteilung zusammen mit experimentellen Daten der Entmischung
einer Al-Li-Legierung.
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Rechnet man dies auf die nicht normierten Funktionen zurück, ergibt sich
Abb. 7.6 zeigt diese Verteilung zusammen mit experimentellen Daten,
die in einem Entmischungsexperiment an einer Al-Li-Legierung gewonnen wurden.
Hier scheiden sich
-Teilchen mit
-Struktur aus, die man aufgrund ihrer Überstruktur
sehr gut elektronenmikroskopisch beobachten kann.
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Ferdinand Haider
2000-10-17