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Entsprechend ihrer verschiedenen Freiheitsgrade können Korngrenzen
auf
unterschiedliche Weise experimentell untersucht werden.
Abbildung 2.8:
Metallographische Verfahren, die Kornstruktur eines Materials
sichtbar zu machen
 |
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Ihr Verlauf sowie Form und Größe der Körner im
Kristall können mit metallographischen Methoden dargestellt
werden (Abb. 2.2.2). Hierzu
wird mit geeigneten Ätzverfahren entweder die Kornflächenstruktur
(unterschiedlicher Abtrag auf unterschiedlichen kristallographischen
Ebenen)
oder die Korngrenzstruktur (stärkerer Abtrag im gestörten Bereich
der
Korngrenze) präpariert und anschließend entweder im Auflicht-
oder im
Rasterelektronenmikroskop beobachtet.
-
Die Kornorientierungen und Orientierungsbeziehungen können mit
Röntgenverfahren (Laueverfahren) oder im Transmissionselektronenmikroskop
(TEM) mit Elektronenbeugung untersucht werden
- Eine gemittelte Aussage über die Orientierungsverteilung
liefert die
Messung der Textur im Texturgoniometer -- hier wird für einen
fest eingestellten
Braggwinkel die Probe über einen möglichst großen Raumwinkelbereich
verkippt
und hierbei Intesität des
Röntgenreflex für die Probenposition, damit die Zahl der in
Bragglage
befindlichen Körner ausgemessen.
- Die atomare Struktur einer Korngrenze kann im hochauflösenden
TEM
(HREM) untersucht werden. Neuere Geräte sind in der Lage, ein
metallisches
Gitter mit einer Auflösung von besser als
abzubilden,
wobei
allerdings zum einen nur eine Projektion beobachtet wird (es
wird in
Transmission an typischerweise einige zehn Nanometer dicken Proben
gearbeitet),
andererseits die Details des elektronenmikroskopischen Abbildungsprozesses
durch geeignete Rechenverfahren zu berücksichtigen sind.
- Mit dem Feldionenmikroskop (FIM/AS) ist es möglich, die
Chemie
der Korngrenze (Segregation,also Anreicherung einer Atomsorte
auf der
Grenzfläche) auf atomarer Skala zu untersuchen.
- Mit Augerelektronenspektroskopie kann an im Ultrahochvakuum
interkristallin (d.h. an der Korngrenze) gebrochenen Proben ebenfalls,
allerdings mit kleinerer lateraler Auflösung, die Chemie der
Korngrenze
studiert werden
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Ferdinand Haider
2000-10-17