Daniel Braak, Thilo Kopp, Florian Loder, Kevin Steffen, Alexander Wolf, Iris Xhango
Quantenmechanische Vielteilchensysteme
Quantenmechanik bestimmt unser Alltagsleben in weit größerem Ausmaß,
als den meisten Menschen bewusst ist --- von den Farben der sichtbaren
Gegenstände, über den Zusammenhalt von Materie in einem festen Körper
bis hin zur elektrischen Leitfähigkeit eines Metalls.
Die größte Herausforderung liegt in der Erforschung eines Kollektivs
von Teilchen (Vielteilchensysteme), deren mikroskopische Eigenschaften
durch die Quantenmechanik bestimmt sind. Die Beobachtung quantenmechanischer
Effekte ist aber keineswegs auf mikroskopische Phänomene beschränkt.
Quantenmechanik kann durch ein kooperatives Zusammenwirken mikroskopischer
Freiheitsgrade auch direkt im makroskopischen Bereich "beobachtet" werden:
die "Kohärenz" elektronischer Freiheitsgrade kann sich zum Beispiel in
Supraleitung, Magnetismus oder einem Metall-Isolator-Übergang manifestieren.
Unser Forschungsschwerpunkt liegt bei niederdimensionalen, korrelierten
elektronischen Systemen. Bei diesen Systemen spielt die
Coulomb-Wechselwirkung zwischen den Elektronen des Festkörpers eine ganz
wesentliche Rolle, einerseits für die Stabilisierung bestimmter Phasen,
andererseits für den Charakter der elektronischen Anregungen. So werden
bei vielen Übergangsmetalloxiden eine Reihe von Phasenübergängen beobachtet,
die auf starke elektronische Korrelationen zurückzuführen sind, darunter
Metall-Isolator-, Supraleitungs- und magnetische Übergänge. In einigen
Materialien, wie den Perowskit-Schichtstrukturen, aber ebenso in den (dotierten)
Spin-Leitern und Ketten, sind die Spin- und Ladungsanregungen dieser Phasen
durch die reduzierte räumliche Dimensionalität wesentlich beeinflusst.
Die starken Quantenfluktuationen dieser Freiheitsgrade, speziell auch an den
niederdimensionalen Grenzflächen, sind bisher nur unzureichend verstanden
worden. Sie führen jedoch zu einer immensen Reichhaltigkeit niederdimensionaler
Physik und damit auch möglicher Anwendungen.
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