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01.02.2012
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Synthese und Untersuchung von perowskit-verwandten Oxiden
Perowskit-verwandte Oxide zeigen viele verschiedene elektronische
und strukturelle Eigenschaften. Als Beispiel sei die interessante
Geschichte von Sr2RuO4 genannt, die viele
Aspekte aus der Sicht der Physik und Materialforschung aufweist
[1]. Sr2RuO4 hat die gleiche
Schichtstruktur wie (La,Ba)2CuO4, in dem
J.G. Bednorz und K.A. Müller 1986 Supraleitung mit
Tc ~ 30 K entdeckten und darauf aufbauend
weitere Hoch-Tc-Supraleiter mit noch viel
höherem Tc gefunden wurden. Mittels dem
Zonenschmelzverfahren konnten 1991
Sr2RuO4-Kristalle hergestellt und
untersucht werden. Die Kristalle enthüllten ein metallisches
Verhalten des elektrischen Widerstands längs der Schichten und es
konnte gezeigt werden, dass Sr2RuO4 als
metallisches Substrat für das epitaktische Wachstum von dünnen
Filmen von Hoch-Tc-Supraleitern geeignet ist
[2]. 1994 wurde entdeckt, das Sr2RuO4
selbst ein Supraleiter mit Tc ~ 1 K ist [3].
Bis heute ist Sr2RuO4 der einzige Cu-freie
Supraleiter, der den gleichen Kristallstrukturtyp wie
(La,Ba)2CuO4 aufweist. Studien am
Sr2RuO4 sind deshalb von besonderem
Interesse, um etwas über das Zustandekommen der Supraleitung in
diesen Oxiden zu erfahren. Inzwischen wurde herausgefunden, dass
Sr2RuO4 ein unkonventioneller Spin-Triplett-Supraleiter
ist [4,5]. Deshalb ist Sr2RuO4 immer noch ein Gegenstand
intensiver Forschung [4,5].
In vielen Fällen können die physikalischen und
strukturellen Eigenschaften von perowskit-verwandten Oxiden durch
Substitution oder Veränderung des Sauerstoffgehaltes beeinflusst
werden. Ein bemerkenswertes Beispiel ist das System
LaTiOx . Im Bereich des Sauerstoffgehaltes x
von 3.00 bis 3.50 gibt es eine
Vielfalt von Eigenschaften: Drei-dimensionale und
quasi-zwei-dimensionale Kristallstrukturen, ferroelektrisches,
antiferromagnetisches, halbleitendes, metallisches und
quasi-ein-dimensionales metallisches Verhalten [6,7]. Auch
temperatur-induzierte Metall-Halbleiter-Übergänge treten auf
[6,7]. Die Titanate vom Typ LaTiOx gehören zu einer homologen
Serie
AnBnO3n+2
mit Schichtstruktur. Die Dicke der Schichten wächst mit
zunehmenden n, wobei für n = ∞ die
drei-dimensionale Perowskitstruktur realisiert ist. Das
gegenwärtige Forschungsgebiet sind elektrisch leitfähige Niobate
und Titanate vom Typ
AnBnO3n+2
[7-13]. Diese Materialien stellen eine neue Gruppe von
quasi-ein-dimensionalen Metallen dar. Viele dieser Verbindungen
können mit dem Zonenschmelzverfahren als Kristalle hergestellt
werden.
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Strontium-Niob-Oxid-Kristall
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Abschliessend sei noch erwähnt, dass im
System LaTiOx , mit dem die Arbeiten an den Titanaten und Niobaten
vom Typ AnBnO3n+2 begonnen haben,
die beiden Endmitglieder seit kurzem wieder zum Gegenstand weiterer Forschungsarbeiten
geworden sind. Beim antiferromagnetischen Mott-Isolator
LaTiO3 (n = ∞) gibt es deutliche Hinweise dafür, dass
bei Temperaturen unterhalb von TN ~ 150 K eine orbitale
Ordnung vorliegt [14-16]. Mit dem ferroelektrischen Isolator
LaTiO3.5 (n = 4) wurden
in Form von dünnen Schichten Bauelemente in Kondensatoranordnung realisiert, die es erlauben,
zwischen zwei Spannungszuständen hin und her zu schalten [17].
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