Suche

Rainer Hessmer «  Karsten Heuser »  Antonio Hill
Karsten Heuser
Induzierung von Nicht-Fermi-Fluessigkeitsverhalten durch magnetisches Feld in Schwere-Fermionen-Verbindungen
Betreuer: Prof. Dr. G.R. Stewart [Experimentalphysik III]
Datum der mündlichen Prüfung: 23.06.1999
192 Seiten, deutsch , ISBN: 3-8265-6343-3, Shaker-Verlag, Aachen
Gegenstand dieser Arbeit ist die Untersuchung der elektronischen und magnetischen Korrelationen in intermetallischen Verbindungen der Schwere- Fermionen-Systeme (SFS) bei tiefen Temperaturen. Der Begriff SFS fasst eine Klasse von intermetallischen Verbindungen zusammen, die Elemente der Lanthaniden, z.B. Cer oder Ytterbium, oder der Actiniden, z.B. Uran, enthalten. In SFS kommt dem Wechselspiel zwischen magnetischer Ordnung und einem Kondo-Singlettzustand eine entscheidende Rolle fuer die Ausbildung des physikalischen Grundzustandes zu. Im Blickpunkt der aktuellen Forschung an SFS stehen Verbindungen, die sich in der Naehe einer magnetischen Instabilitaet befinden. Ein solcher Punkt mit einer Uebergangstemperatur TN = 0 wird als quantenkritischer Punkt bezeichnet. Bedingt durch deutliche Abweichungen vom Landau`schen Fermi-Fluessigkeitsverhalten an einem solchen Punkt werden diese Verbindungen unter dem Begriff Nicht-Fermi-Fluessigkeiten (NFF) zusammengefasst. Zahlreiche fruehere Arbeiten auf diesem Gebiet haben gezeigt, dass durch Dotierung oder Anlegen von Druck SFS so beeinflusst werden koennen, dass ein QCP erreicht wird. In dieser Arbeit steht die Frage im Vordergrund, ob das Magnetfeld ein weiterer, bislang unbekannter, Kontrollparameter zur Induzierung von Nicht-Fermi- Fluessigkeitsverhalten ist, und ob die thermodynamischen und Transporteigenschaften denen eines dotierungs- oder druckinduzierten QCP entsprechen. Es wird zum ersten Mal gezeigt, dass im System CeCu6-xAgx tatsaechlich das Magnetfeld einen geeigneten Kontrollparameter darstellt, durch den der Antiferromagnetismus kontinuierlich unterdrueckt und ein quantenkritischer Punkt mit typischen Nicht-Fermi-Fluessigkeits-Eigenschaften erreicht werden kann. Daneben werden die magnetischen Eigenschaften zahlreicher anderer Systeme, die im aktuellen Blickpunkt der NFF-Forschung stehen, dargestellt. Die beobachteten Eigenschaften werden ausfuehrlich im Zusammenhang mit den existierenden theoretischen Modellen zum NFF-Verhalten diskutiert.